Hansgeorg Schiemer:

"Echte Verkaufshilfen statt Kostentreiber"

16.04.2013 Von: Redaktion

Visite im Sanierungsbüro der Stadt: Hansgeorg Schiemer und CDU-Vorsitzender Franz Schön (v.l.)

Erfolgsmodell: Der ISP-Einkaufsgutschein wird immer mehr zum Verschenken erworben

Im Gespräch: ISP-Vorsitzender Sven Bogorinski mit Franz Schön (CDU-Vorsitzender) und Hansgeorg Schiemer (v.l.)

Auf die Spitze getrieben: "Knöllchenjagd" an der Eberstädter Straße; Fotos: E.Schiemer

Pfungstadt. “Viele Fragen, Wünsche und dringende Hinweise“ hat nach Auffassung des Pfungstädter Bürgermeisterkandidaten Hansgeorg Schiemer der Besuch zahlreicher Einzelhandelsgeschäfte in der Eberstädter Straße gebracht. Mit dabei war auch das Magistratsmitglied und CDU-Stadtverbandsvorsitzender Franz Schön. 

ISP: Neues Einzelhandelsgutachten wird bald vorgestellt

Den Auftakt der "Gesprächstour Einzelhandel“ in der Eberstädter Straße machte ein Meinungsaustausch mit Augenoptiker Sven Bogorinski in seiner Eigenschaft als 1. Vorsitzender der Interessengemeinschaft aller Selbständigen Pfungstadt e.V. (ISP). Er berichtete von den zahlreichen Aktivitäten der ISP und freute sich, dass die ISP-”Einkaufsgutschein“-Aktion mit Beteiligung von zuletzt 78 Einzelhandelsgeschäften besonders erfolgreich verläuft. Damit werde die Kundenbindung und das Einkaufen im Pfungstädter Einzelhandel wirksam gefördert. Inzwischen würden zahlreiche Gutscheine auch zum Verschenken erworben werden. Positive Bilanz: Bisher konnten Gutscheine im Gesamtwert von über 140.000 Euro verkauft werden.

Er berichtete, dass im Auftrag der ISP in den nächsten Wochen ein neues Einzelhandelsgutachten der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, welches Zukunftsperspektiven für den Pfungstädter Einzelhandel auf der Grundlage einer Standortanalyse aufzeigen will. Der ISP-Vorsitzende Bogorinski machte auf ein sehr “spezielles“ Problem für die Einzelhändler in der Innenstadt aufmerksam: Häufige Besuche von Drogenabhängigen aus Nachbarstädten bei einem Arzt in der Eberstädter Straße, der die Methadon-Bescheinigungen ausstelle. Einzelhändler aus der Eberstädter Straße berichteten immer wieder von “unangenehmen“ Vorkommnissen sowie Diebstählen. Die Feststellung:  "Ältere Leute haben da Angst."  

Natürlich war allseits das Top-Thema “Sanierungssatzung Innenstadt“. Von einigen Geschäftsinhabern wurde massive Kritik an der bisherigen Informationspolitik der Stadtspitze geäußert, zumal für viele überraschend plötzlich Gebührenbescheide über einige Zehntausende Euro “ins Haus geflattert“ seien. Hier sieht Bürgermeisterkandidat Hansgeorg Schiemer noch erheblichen Klärungsbedarf durch die Stadtspitze. Er versprach dabei mitzuhelfen.

"Übertriebene Parkraumüberwachung"

Angesprochen wurde auch die als zum Teil übertrieben empfundene “Knöllchen“-Jagd städtischer Mitarbeiter bei Kurzzeitparkern, die bereits nach kurzem Ladenbesuch gezielt mit einem “Knöllchen“ beglückt würden, weil sie vergessen hätten, die Parkscheibe zu hinterlegen. Da forderten mehrere Laden-Inhaber mehr Sensibilität. Denn wenn ihnen deswegen Kunden abspenstig gemacht würden und nicht mehr kämen, schade das am Ende auch der Stadt. Ebenso verursache die Platzierung von Pollern entlang der Pflanzbereiche und Parkplatzbuchten vereinzelt Kopfschütteln, nach dem Motto: "Was sollen die Poller?" Kunden würden darüber klagen, nur noch erschwert einparken zu können und trauten sich dies bei knappem Platz nicht mehr zu. 

Fehlende Laufkundschaft - Straßenumbaumaßnahmen zeigen wenig Wirkung, eher im Gegenteil ...

Hansgeorg Schiemer: “Es sind sehr unterschiedliche Anregungen und Kritikpunkte an mich herantragen worden. Es wurde deutlich, dass sich bei einigen Inhaber- und familiengeführten Geschäften Existenzsorgen breit machen. Hintergrund: Die Verlagerung von namhaften und Kundenfrequenz sichernden Lebensmittel-Einzelhändlern aus der Eberstädter Straße in die Randlagen der Stadt. Das hat zu erheblichen Einbrüchen bei der Laufkundschaft geführt. Erschwerend kommt hinzu, wie mir ein Einzelhändler sagte, dass sie nach der Straßenumgestaltung- und Bürgersteigerneuerung auch nicht mehr zurück  kommt." Hoffnungen, so Schiemer, seien in diese Richtung enttäuscht worden, wie ihm ein weiterer Fachhändler bestätigte: "Nach dem Ende der Baumaßnahmen ist der Umsatz gewiss nicht wieder aufwärts gegangen", so die Klage. Das könnten, wie mehrfach bestätigt wurde, selbst die treuesten Stammkunden nicht kompensieren. Fazit: "Es herrscht akuter Handlungsdruck. Da, wo Stadtverwaltung, Magistrat und Stadtverordnete etwas  j e t z t  zur Stärkung des Einzelhandels und zur Problembeseitigung tun können, sollten sie es tun", ist sich Schiemer sicher.  

Gebührenbelastung für Verkaufshilfen

Schiemer kündigte an, den zahlreichen konkreten Änderungs- und Verbesserungsvorschlägen - wie zum Beispiel die Absenkung der Gebührenbelastung für Verkaufshilfen oder Straßenreiter vor den Geschäften auf ein angemessenes Niveau - nachzugehen. Denn "solche Gebühren müssen ja erst einmal durch die Händler an Ort und Stelle verdient werden -  da werden echte Verkaufshilfen gebraucht, nicht Kostentreiber", meinte Schiemer dazu.

"Es bleibt viel zu tun", so Schiemer am Ende seiner ersten Gesprächstour bei Pfungstädter Einzelhändlern und Gewerbetreibende. Und: "Ich glaube, dass die Leute mich gerade deswegen so offen angesprochen haben, weil sie eben  n i c h t   von anderen, schon länger in Pfungstädter Verhältnisse und Abhängigkeiten eingebundenen Kandidaten wirksame Unterstützung erwarten."

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